Pogona henrylawsoni ist eine der kleinsten australischen Bartagamen- Arten. P. henrylawsoni kommt im zentralen und nordwestlichen Queensland in niederschlagsreicher Halbwüste vor. Aufgrund der Bodenbeschaffenheit ihres Vorkommensgebietes wird sie auch Schwarzerde- Bartagame genannt

Beschreibung
Die Zwergbartagame kann eine Gesamtlänge von ca. 30 cm bei einer Kopf- Rumpflänge von etwa 15 cm erreichen. Die Durchschnittsgröße liegt allerdings bei 25 cm Gesamtlänge. Die Grundfärbung des Rückens variiert zwischen hellgrau und hellbraun. Helle kreisförmige Flecken ziehen sich links und rechts der Rückenmitte entlang. In Vergleich zu anderen Pogona- Arten ist der Kopf rundlich, stumpfer und weist einen weniger stark ausgeprägten Bart auf. Die Bauchseite ist hellbeige gefärbt. Das Farbwechselvermögen ist nicht so stark ausgeprägt wie bei anderen Bartagamen- Arten.  Die Tiere sind mit etwa 10- 12 Monaten ausgewachsen und geschlechtsreif.

Ernährung
Bei der Ernährung von P. henrylawsoni ist unbedingt auf ein ausgewogenes Calcium- Phosphor- Verhältnis zu achten. Bei Jungtieren und trächtigen Weibchen ist ein tägliches zuführen eines Calcium- Vitamin D³ Präparates unbedingt erforderlich. Ansonsten reicht es aus die Futterinsekten 2-3 pro Woche vor dem Verfüttern mit einem Mineralstoff- Vitaminpräparat zu bestäuben. P. henrylawsoni ernährt sich von Insekten aller Art wie Heimchen, kleinen Heuschrecken, Grillen, Zophobas, Wachsmaden, Raupen und anderen Insekten. Hin und wieder fressen trächtige Weibchen auch mal eine Babymaus. Man sollte den Tieren allerdings auch pflanzliche Kost wie Löwenzahn, Breitwegerich, Spitzwegerich, verschiedene andere Kräuter, Feldsalat und ähnliches anbieten

Haltung
P. henrylawsoni lässt sich sehr gut im Terrarium halten und wird aufgrund seines wenig ausgeprägten Fluchtverhaltens schnell handzahm, zeigt allerdings ein ausgeprägtes Revierverhalten. Begegnen sich zwei männliche Tiere kommt es zu heftigen Kämpfen wobei die Tiere sich erst mit schräg gestelltem, abgeflachten Körper umkreisen und sich dann ineinander verbeißen.  Gestresste Tiere erkennt man oftmals an einer dunkleren Färbung und dem Ausführen von Unterlegenheitsgebärden. Dabei drückt sich das schwächere Tier an den Boden und vollführt mit den vorderen Extremitäten kreisförmige winkende Bewegungen in der Luft. Daher sollte P. henrylawsoni entweder einzeln, paarweise, oder als kleine Gruppe von einem Männchen und 2 –3 Weibchen gehalten werden.Laut den Mindestanforderungen für die Haltung von Reptilien ergibt sich als erforderliche Mindestgröße des Terrariums für ein Paar eine Terrariumgröße von 65x 45x 65 cm. Zu empfehlen ist allerdings eine Beckengröße von 100x 50x50 cm.  Das gibt den Tieren Ausweichmöglichkeiten und schafft die Möglichkeit unterschiedliche Temperaturzonen zu erzeugen. Da P. henrylawsoni gerne und viel klettert, sollte das Terrarium über ausreichende Klettermöglichkeiten verfügen. Mit Hilfe von Steinen und Ästen lässt sich das leicht bewerkstelligen. Eine Verkleidung mit kletterfähigem Material ist von Vorteil. Alle Aufbauten sollten gut befestigt sein da die Tiere oftmals graben und so Aufbauten zum Einsturz bringen können.  Ein großes, nicht zu tiefes Wasserbecken vervollständigt die Einrichtung. Die Tiere baden sehr gerne und tauchen dabei sogar mit dem Kopf unter Wasser. Die Lufttemperatur sollte tagsüber 27 – 32°C betragen. Durch Strahler sollten Sonnenplätze mit Temperaturen bis zu 55°C geschaffen werden. Nicht am Licht sparen, die Tiere lieben viel Licht! Beleuchtungsdauer 12 – 14 Stunden. In den Wintermonaten ca. 8- 10 Stunden. Nachts sollte die Temperatur auf 18- 22°C absinken. .
Unbedingt erforderlich ist eine Bestrahlung mittels einer UV- Lampe wie z.b. Osram Ultra Vita-Lux 300 Watt aus einer Entfernung von 1m. Vorsicht! - Eine Unterschreitung der Entfernung führt zu Hautschädigungen bis hin zu Verbrennungen der Haut! Erwachsene Tiere müssen 3-4 mal wöchentlich, Jungtiere täglich bestrahlt werden.
Pogona henrylawsoni hält eine Winterruhe von 8- 10 Wochen bei ca. 16- 20°C. Dabei sollte man beachten das der Darm der Tiere vorher vollständig entleert ist. Also, rechtzeitig das füttern einstellen und mehrmals lauwarm baden! Gleichzeitig die Beleuchtungsdauer absenken. Schließlich das Licht ganz ausschalten und das Terrarium am besten mit einem Tuch abdunkeln. Beginnen die Tiere wieder aufzuwachen, wird die Beleuchtungsdauer über einen Zeitraum von 1 Woche langsam wieder erhöht. Manche Tiere halten im Sommer eine kurze Sommerruhe von 2- 3 Wochen.

Zucht
2- 3 Wochen nach der Winterruhe beginnt das Männchen mir dem Umwerben der Weibchen. Bei der anschließenden Paarung verbeißt sich das Männchen im Nacken des Weibchens und schiebt seinen Schwanz unter die Kloakenregion des Weibchens. In der Regel finden mehrere Paarungen statt. Nach einer Tragezeit von ca. 30 Tagen legt das Weibchen zwischen 8 und 30 Eier. Hierzu ist an einer Stelle des Terrariums der Bodengrund zu erhöhen und ständig feucht zu halten. Alternativ kann man auch eine oder mehrere mit feuchtem Sand gefüllten Schalen ins Terrarium einbringen. Zur Zucht sollten nur fehlerfreie Tiere verwendet werden. Weit verbreitete Missbildungen sind zum Beispiel Rollschwänze, Wirbelsäulenverkrümmung und ähnliches. Keine Missbildung in diesem Sinne sind fehlende Zehen oder Schwanzenden.
Ein paar Tage vor der Eiablage wird das Weibchen unruhig und führt mehrere Probegrabungen durch. Hat sie eine passende Stelle gefunden, legt sie die Eier in eine möglichst tiefe Grube ab, die sie hinterher wieder sorgfältig zuscharrt. Die Eier müssen dann vorsichtig, ohne sie zu drehen aus der Eiablagegrube entnommen werden und in einen Inkubator überführt werden. Als Substrat eignet sich z.b. Vermikulit. Die Inkubationstemperatur soll 28- 30°C bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 70- 90% betragen. Das Brutsubstrat sollte während der Inkubationsdauer leicht feucht gehalten werden. Gesunde Eier sind in der Regel weiß, gelblich verfärbte, eingesunkene Eier weisen auf ein Absterben der Eier hin und sind aus dem Brutkasten zu entfernen. Die Inkubationsdauer beträgt zwischen 50 und 70 Tagen. Die Jungtiere werden zur Aufzucht in ein gesondertes Terrarium überführt. Die Tiere wachsen bei täglicher Fütterung und ausreichender Mineralstoff- und Vitaminversorgung schnell heran.

 Textautor: Karl Heinz Schumann/einen Link auf seine Seiten reptielnet.de findet Ihr in meinen Top Links